Dr. med. Rainer Gollhausen, Hautarzt in Dachau
Adresse: Gröbenrieder Str. 6a, 85221 Dachau


Proktologie

Hinweise für die Darmgesundheit und Informationen zu Hämorrhoiden

PopoHämorrhoiden sind in unserer Gesellschaft immer noch ein Thema, über das niemand gerne spricht. Sie gehören wie andere Leiden an Rücken, Venen und Füßen zu der großen Gruppe der anlagebedingten Bindegewebserkrankungen, die durch Bewegungsmangel, Stress, falsche Ernährung und Atemtechnik, Nikotin und Übergewicht gefördert werden. Schätzungsweise rund 80 Prozent der erwachsenen Bevölkerung haben während ihres Lebens mehr oder weniger intensive Probleme mit Hämorrhoiden.

Hämorrhoiden sind eine starke Erweiterung der zum Analverschluß gehörenden Gefäßpolster am Ende des Mastdarms. Chronische Verstopfung und häufiges starkes Pressen beim Stuhlgang, aber auch schweres Heben, Kraftsport etc. fördern diese Venenerweiterungen. Bewegungsmangel, langes Sitzen v.a. auf harten, kalten Bänken, Übergewicht, Schwangerschaften, Lebererkrankungen, häufige fettreiche Mahlzeiten, Stress sowie die Abhängigkeit von Abführmitteln und Alkohol sind weitere Risikofaktoren für Beschwerden am Enddarm. Zu letzteren gehören auch die Analfissur, ein Einriß der Analschleimhaut oft auf Grund obiger Faktoren und/oder durch übermäßige Beanspruchung bei Durchfall, Verstopfung bzw. mechanisch sowie die Perianalthrombose, eine plötzlich auftretende schmerzhafte Verdickung am After bei Thrombose der äußeren Venen. Hämorrhoidensalben und Analtampons bringen zwar Linderung, können aber ein Weiterwachsen der Hämorrhoiden nicht verhindern. Sie sind also keine langfristige Lösung für das Problem, sondern führen eher zu Allergien. Einmal entstandene Hämorrhoiden vergrößern sich individuell unterschiedlich im Laufe des Lebens.

Je nach Ausprägung der Symptome werden die Hämorrhoidenleiden in vier unterschiedliche Schweregrade eingeteilt: Beim Schweregrad 1 spürt man lediglich eine leichte Vorwölbung. Ein Knoten, der beim Pressen aus dem After "herausfällt", um sich danach von selber wieder zurückzuziehen, kennzeichnet den Schweregrad 2. Veröden kann in diesen Stadien langfristige Linderung bringen, wenn es gefolgt ist von einer konsequenten Lebensführung unter Berücksichtigung der hier aufgeführten Hinweise. Wenn nach dem Stuhlgang der Knoten noch aus dem After herausragt, sich nicht mehr selbständig zurückzieht, die Rückführung mit der Hand aber noch möglich ist, liegt Grad 3 vor. Ab diesem Schweregrad werden Hämorrhoiden operativ entfernt. Selbst danach kann es bei mangelnder Berücksichtigung der Hinweise zu Rezidiven kommen. Bei der 4. Stufe ist die Rückführung des Knotens mit der Hand nicht mehr möglich.

Ballaststoffe, die in Obst, Gemüse, Getreide, Kartoffeln und Hülsenfrüchten vorkommen, verhindern Darmbeschwerden. Da sie stark wasserbindend sind und im Darm aufquellen, brauchen Sie ausreichend Flüssigkeit. Trinken Sie gut 2 Liter täglich, am besten Wasser, Mineralwasser, ungesüßten, unparfümierten Tee.

Verzichten Sie auf zuviel Fett, Fleisch und Zucker, das bekommt nicht nur Ihrer Figur, sondern auch Ihrer Gesundheit. Essen Sie lieber öfter kleinere Mahlzeiten, um Magen und Darm in Bewegung zu halten. Tauschen Sie grundsätzlich alle Weißmehlprodukte gegen Vollkornerzeugnisse aus. Essen Sie anstelle von Süßigkeiten und Backwaren lieber frisches Obst. Gönnen Sie sich täglich Rohkost und Salat. Nehmen Sie 2-3 mal die Woche statt Fleisch eine große Portion Gemüse zu sich.

Kauen Sie langsam und gründlich! Sie werden schneller satt; außerdem unterstützen Sie durch das nachhaltige Einspeicheln der Nahrung im Mund den Verdauungsprozess und machen es Magen und Darm Ieichter, die Nahrung aufzuspalten.

Die langfristige Einnahme von Abführmitteln führt möglicherweise zu einer Verarmung an Mineralien, insbesondere zu Kaliummangel, der die Muskelarbeit, die Darmbewegungen, träge werden lässt. Ein Teufelskreis ist vorprogrammiert. Die Einnahme von Abführmitteln kann die Beschwerden, die durch proktologische Erkrankungen hervorgerufen werden, nicht heilen.

Bewegen Sie sich regelmäßig, denn das bringt den Stoffwechsel auf Trab. Suchen Sie sich eine Sportart, die Ihnen Freude macht. Kraftsportarten können auf Grund der Pressatmung die Entstehung von Hämorrhoiden begünstigen. Wenn Sie keinen Sport mögen, gehen Sie viel spazieren, benutzen Sie Treppe statt Lift bzw. Rolltreppe und fahren Sie Rad statt Auto. Tägliche gymnastische Übungen entlasten Ihre Bauch-, Rücken- und Gesäßmuskeln.

Um den Darmschließmuskel zu trainieren und Hämorrhoiden vorzubeugen, empfiehlt sich täglich mehrmals folgende Übung: Ziehen Sie die Pomuskeln 20 bis 30 mal hintereinander kräftig für zwei Sekunden zusammen und lassen Sie sie dann wieder für drei Sekunden erschlaffen.

Organisieren Sie Ihren Tagesablauf so, dass Sie genügend Zeit für den morgendlichen Gang auf die Toilette haben. Pressen Sie dabei nicht, da dies die Bildung von Hämorrhoiden zur Folge haben kann. Unterdrücken Sie im Tagesverlauf Ihren Stuhlgang nicht.

Weiches Toilettenpapier und lauwarmes Wasser, besser noch Creme sind für die Analhygiene eine Wohltat. Sie machen angenehm sauber und beugen Infektionen vor.

Bei allen Darm- und Afterbeschwerden, wie Schmerzen oder Blut im Stuhl, sollten Sie Ihren Arzt ins Vertrauen ziehen.



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