Dr. med. Rainer Gollhausen, Hautarzt in Dachau
Adresse: Gröbenrieder Str. 6a, 85221 Dachau


Informationen zum Hautkrebs

Der gefährlichste Hautkrebs ist das Maligne Melanom, der schwarze Hautkrebs, der aus bösartig umgewandelten Pigmentzellen entsteht. Ca. 50% der malignen Melanome entstehen auf völlig normaler Haut, der Rest aus bestehenden Pigmentmalen. Schätzungen zufolge ist in Deutschland mit etwa 15 Neuerkrankungen pro Jahr und 100.000 Einwohnern zu rechnen, so dass im Landkreis Dachau (ungefähr 130.000 Einwohner) jedes Jahr 20 maligne Melanome entstehen. Die Zahl tödlicher Verkehrsunfälle liegt ungefähr in der gleichen Größenordnung, ohne dass wir auf der Straße ständig Angst haben. Im Straßenverkehr sind für uns alle Aufmerksamkeit sowie die TÜV-Untersuchungen des Autos selbstverständlich. Ähnliche Vorsicht sollten wir auch für unseren Körper gelten lassen. Bei rechtzeitiger Entdeckung kann Ihr Arzt Sie mit einer unkomplizierten Operation vollständig vom Melanom befreien, bevor dieses sich ausbreiten und großen Schaden anrichten kann.

Andere Hautkrebsformformen sind häufiger, so das Spinozelluläre Karzinom mit mindestens 30-40 Fällen bzw. das Basaliom mit mindestens 120 Fällen pro Jahr und 100.000 Einwohnern. In Deutschland sind jährlich über 2.000 Todesfälle – oft im jungen Alter – auf Hautkrebs zurückzuführen, wobei diese Zahl durch Vorbeugung weit zu reduzieren wäre.

Folgende Risikofaktoren für Melanome bestehen: Melanom in der Verwandtschaft oder Eigenanamnese. Andersartiger Hautkrebs (Basaliom, Spinozelluläres Karzinom etc.) in der Eigenanamnese. Frühere stärkere Sonnenbestrahlungen. Braune Sonnenflecken auf den Schultern, evtl. auch Dekolleté. Heller Hauttyp. Rote Haarfarbe. Über 40 Nävi (Leberflecke).

Zur rechtzeitigen Erkennung ist eine regelmäßige Selbstbeobachtung der gesamten Haut (auch z.B. des Rückens oder der Zehen) wesentlich. So selbstverständlich wie Sie beim Überqueren einer Kreuzung nach links und rechts schauen, sollten Sie sich einmal im Monat selbst untersuchen. Das können Sie gut allein machen oder zusammen mit dem Partner. Wo, ist ganz egal, Hauptsache, Sie haben optimale Lichtverhältnisse und können sich, ohne dass es Sie oder andere stört, nackt betrachten.

Selbstkontrolle; Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention

Schauen Sie sich in Ruhe an (wenn Sie dabei alleine sind, am besten mit Hilfe eines Handspiegels), und zwar ganz methodisch: vom Kopf bis unter die Fußsohlen, von vorne und von hinten.
Schon beim zweiten oder dritten Mal werden Sie Regelmäßigkeiten bei Ihren Pigmentmalen oder denen Ihres Partners erkennen; bald haben Sie sich alles soweit eingeprägt, dass Ihnen nichts Neues oder Ungewöhnliches mehr entgehen kann – auch kein malignes Melanom.

Und das ist der beste Schutz: Früh erkannt, ist Hautkrebs heilbar.

Hilfreich ist bei der Eigeninspektion der Leberflecken die ABCDE-Regel:

A = Asymmetrie: Je asymmetrischer die Form des Nävus (nicht einheitlich rund), umso verdächtiger.

B = Begrenzung: Ist die äußere Grenze eines Nävus (Leberflecks) nicht einheitlich gut abzugrenzen, sondern auch nur an wenigen Stellen unregelmäßig, ausgefranst oder mit kleinen Ausläufern, besteht ein Malignitätsverdacht.

C = Colour: Je uneinheitlicher der Farbton, desto verdächtiger! Nicht dunkle Farbe allein ist wichtig, auch Aufhellungen, verschiedene Braun/Schwarzschattierungen und/oder rote Farbtöne sind verdächtig!

D = Durchmesser: Größer als 5 mm.

E = Erhabenheit oder wichtiger noch Entwicklung: Die primär knotigen malignen Melanome wachsen innerhalb von Wochen/Monaten und erheben sich über das Hautniveau. Viele harmlose Nävi sind ebenfalls erhaben, zeigen jedoch keine oder wenig Veränderungen. Verändert sich ein Nävus, so kann das die Entwicklung eines gutartigen zu einem bösartigen Nävus bedeuten. Hilfreich bei auffälligen Pigmentmalen kann die photographische Dokumentation eines Pigmentmals mit beigeklebtem Maßstab zuhause oder noch besser die Photodokumentation in der Arztpraxis sein (siehe Vorsorge).

Zur rechtzeitigen Erkennung von Nicht-Melanom-Hautkrebs muß auf jede weitere Hautveränderung, die ungewöhnlich erscheint, unabhängig von obiger ABCDE-Regel geachtet werden.

Basaliome, Spinozelluläre Karzinome und deren Vorstufen, die Aktinischen Keratosen, treten gerne an lichtexponierten Hautarealen (v.a. Gesicht und oberer Stamm) auf. Pickelartige glatte oder rauhe, derbe Hautveränderungen nach der Pubertät, die nicht abheilen und evtl. leicht bluten, sind verdächtig.

Anschauliche Bilder finden Sie unter www.dermis.net/dermisroot/de/home/index.htm.

Die Unterscheidung von gut- und bösartig ist sehr schwierig und erfordert große Erfahrung. Die Haut lebt und ist einem ständigen Wechsel unterworfen. Die meisten Hautveränderungen sind völlig harmlos, doch gilt es, die bösartigen rechtzeitig herauszufiltern. Deshalb zögern Sie nicht, sich in jedem Zweifelsfalle bald einem Hautarzt vorzustellen. Dieser kann auf Grund seiner Erfahrung und durch genaue Betrachtung mittels eines speziellen Handmikroskopes, eines sog. Dermatoskopes, die Hautveränderungen beurteilen.

Bei der Photodokumentation ist eine computergesteuerte Analyse und genaueste Verlaufsbeobachtung des Nävus möglich. Dadurch wird die Zahl unnötiger Operationen gesenkt und die Früherkennung gefördert.

Mittels Blutuntersuchung gelingt derzeit keine Erkennung eines Hautkrebses.

Der Arzt kann die Nävi nur für den Zeitpunkt der Vorstellung beurteilen. Auf verdächtige Nävi wird er sie aufmerksam machen, evtl. auch die prophylaktische Exzision von einem oder mehreren Nävi vorschlagen. Das Herausnehmen eines suspekten Nävus entbindet jedoch keinen von seiner Verantwortung, sich um seinen Körper zu kümmern.


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