Dr. med. Rainer Gollhausen, Hautarzt in Dachau
Adresse: Gröbenrieder Str. 6a, 85221 Dachau


Allergologie: Einführung

Haut, Allergie, Immunität und Umwelt

Die Haut und ihre Einstülpungen, die Schleimhäute von Augen, von Nase und angrenzenden Atemwegen, von Mund, Speiseröhre, Magen-, Darmtrakt sowie von Harn- und Geschlechtswegen, grenzen den Körper nach außen gegen die Umwelt und damit gegen vielfältige physikalische, chemische und biologische Angriffe ab. Diese Einheit von Haut und Schleimhäute als die erste und wichtigste Abwehrzone ist ein wesentlicher Teil unserer Immunität, unserer Abwehrkraft. Damit ist es leicht verständlich, dass auch zahlreiche allergische Reaktionen sich an Haut und Schleimhäuten abspielen.

Was ist eine Allergie?

Allergie ist eine erworbene spezifische Änderung der Immunitätslage im Sinne einer krankmachenden Überempfindlichkeit.
Die Immunität, die uns normalerweise gegen schädliche Einflüsse von außen schützt, z.B. Bakterien oder Viren abwehrt, wird hier fehlgeleitet und bekämpft dann harmlose Substanzen wie beispielsweise Nickel aus Modeschmuck bzw. Eiweißbestandteile von Blütenpollen, Tierepithelien oder Nahrungsmitteln so heftig, dass wir krank werden und dann an einer Kontaktallergie auf Modeschmuck bzw. an Heuschnupfen leiden.

Nehmen Allergien zu?

Weltweit ist eine Zunahme der Allergien zu beobachten.
Umweltgifte wie Zigarettenrauch, Diesel- und Benzinabgase scheinen die Entstehung von Allergien deutlich zu begünstigen.

Gibt es mehrere Formen von Allergie?

Es gibt unterschiedliche Formen der Allergie (z.B. Allergie vom Spät- bzw. vom Soforttyp) und damit auch verschiedene Testmethoden, deren exakte Erlernung und Beherrschung Jahre braucht. Damit vertraute Ärzte haben die Zusatzbezeichnung „Allergologie“.
Pflastertest (Epikutantest) am Rücken für 2 bzw. 3 Tage bzw. Wassertröpfchentest (Pricktest) am Unterarm für 20 Minuten sind Beispiele für zwei sehr häufig angewandte Methoden zur Erkennung unterschiedlicher Allergieformen (z.B. Kontaktallergie auf Kosmetika, Soforttypallergie auf Wespengift).

Ist jede Unverträglichkeit eine Allergie?

Nein. Neben der Allergie gibt es weitere Unverträglichkeitserscheinungen wie Idiosynkrasie, Pseudoallergie etc . Die genaue Abgrenzung der einzelnen Formen fällt häufig schwer.

Viele Leute verwechseln eine vermehrte Empfindlichkeit mit einer Allergie.

Ein Wespenstich schmerzt bekanntlich, doch löst er bei empfindlicheren Menschen ausgeprägtere typische Reaktionen an der Stichstelle wie Schmerz, Rötung, Anschwellung über einen längeren Zeitraum aus als bei anderen.
Bei einer Wespengiftallergie kommt es dagegen unabhängig vom Schmerz zum Auftreten von ungewöhnlichen Symptomen wie Juckreiz und Quaddeln weitab von der Stichstelle.
Ein anderes Beispiel: Je nach unserer Veranlagung sind wir unterschiedlich empfindlich auf Sonnenlicht: Blonde helle Hauttypen bekommen viel eher einen Sonnenbrand als dunkle Hauttypen. Bei einer Sonnenallergie vertragen die Betroffenen durch eine Veränderung ihrer Immunitätslage auf einmal nicht mehr bestimmte Teile des Sonnenlichtes, ohne dass die Sonnenbestrahlung stark genug für eine Auslösung eines Sonnenbrandes ist.

Was macht ein Allergologe?

Ein Allergologe versucht,

  • bei allergiegefährdeten Erkrankungen wie einem chronischen Hautausschlag rechtzeitig das zusätzliche Auftreten von Allergien zu verhindern,
  • bei allergischen Erkrankungen wie einem Heuschnupfen oder einer Medikamentenallergie diese als allergisch zu erkennen,
  • die jeweiligen auslösenden Allergene zu bestimmen,
  • und dann die Allergie kunstgerecht zu behandeln,
  • den Patienten bei der Vermeidung von Allergenen zu beraten
  • und einer Verschlimmerung der Allergie sowie Folgeschäden wie z.B. einem chronischen Asthma oder einer allergiebedingten Berufsaufgabe vorzubeugen.

Achtung vor falschen Allergietests und -behandlungen!

Die Suche von Patienten nach den Krankheitsursachen wird leider oft ausgenutzt. Völlig unsinnige Teste, Diagnosen und Behandlungsmethoden werden für teures Geld angeboten.
Auch werden seriöse Testergebnisse falsch interpretiert. Ein Haut- und/oder Bluttest mit positivem Ansprechen auf Gräserpollen bedeutet noch lange keinen Heuschnupfen, wenn der Betreffende keinerlei sonstigen Symptome auf einer blühenden Sommerwiese aufweist.

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