Dr. med. Rainer Gollhausen, Hautarzt in Dachau
Adresse: Gröbenrieder Str. 6a, 85221 Dachau


Informationen zur Akne

Fast alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind von der Akne, eine der häufigsten Hauterkrankungen, betroffen, wobei der Grad der Ausprägung sehr variabel und auch Erbsache ist. Die Akne beginnt in der Mehrzahl der Fälle mit der Pubertät um das 10. bis 12. Lebensjahr und heilt um das 20. Lebensjahr ab. Gar nicht so selten hält sie sich bis in das Erwachsenenalter oder tritt erst in dieser Zeit neu auf. Mit den modernen Aknemitteln ist sie gut zu behandeln. Aber der Erfolg der Behandlung liegt im wesentlichen bei jedem einzelnen, denn die meisten Aknepräparate werden täglich über viele Monate bis Jahre angewendet und das müssen Sie nun einmal selbst machen. Dazu ist es wichtig, dass Sie etwas von Ihrer Erkrankung und deren Behandlung verstehen.

Wie entsteht Akne?

Akne ist eine Erkrankung der Talgdrüsen, die besonders häufig an Gesicht, Brust und Rücken vorkommen. Männliche Hormone bei Mann und Frau regen die Talgdrüsen zu einer verstärkten Talgproduktion an. Deshalb kommt es mit Beginn der Pubertät zur Akne, zu fettigen Haaren und intensiverem Körpergeruch, daher können einige Antibabypillen, die prämenstruellen Tage oder Stress die Akne verschlimmern. Bei Akne verengt sich der Ausgang der Talgdrüse durch eine vermehrte Ansammlung von Hornzellen, die Talgdrüse wächst, ein Mitesser bildet sich. Bakterien im Ausgang der Talgdrüse setzen bestimmte Fettsäuren aus dem Talg frei und bewirken Entzündungen, äußerlich sichtbar durch Pusteln (eitrige Pickel) und schmerzhaft gerötete Knötchen. Obwohl die Eiterpickel Bakterien enthalten, ist Akne nicht ansteckend. Diese Bakterien kommen auch auf gesunder Haut vor.

Schema Akne
Quelle: Galderma  


Bestimmte Vorurteile halten sich ziemlich hartnäckig

So machen Schokolade und Kuchen keine Akne. Auch "sündige Gedanken" oder Selbstbefriedigung führen nicht zu Pickeln im Gesicht. Da Akne meist in der Pubertät auftritt, hat man früher an diesen – falschen – Zusammenhang geglaubt. Umgekehrt hat man auch behauptet, dass Geschlechtsverkehr einen günstigen Einfluss auf die Akne habe, wohl unter der Vorstellung, dass sich der "Hormonstau in der Pubertät" auf diese Weise entlade. Natürlich ist auch das Unsinn.

Es gibt keine Aknediät! Wer jedoch bei sich feststellt, dass bestimmte Nahrungsmittel (z.B. Schokolade) die Akne verschlimmern, sollte auf den Genuss verzichten. Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Kost mit viel frischem Obst und viel Trinkwasser ist für die Gesundheit in jedem Fall förderlich.

Die dunklen Mitesser sind keine verschmutzten Poren. Die Färbung kommt durch den Hautfarbstoff Melanin zustande. Waschen hat auf die Akne geringen Einfluss; in der Talgdrüse verändert sich dadurch nichts! Wird die Haut zuviel gewaschen, wird die Akne durch die vermehrte Hautreizung sogar schlimmer! Sauberkeit ist selbstverständlich!

Akne

Bildquelle: Hermal

Was verschlimmert die Akne?

Alles, was die Talgdrüsenausgänge verstopft, Schmutz, alter Schweiß, zahlreiche Kosmetika, Salben, Cremes, Öle, Haargele, Druck und Reibung (z.B. Abstützen des Kinns mit Hand, Schweißband, drückende Finger!!) verschlechtern die Akne!

Akneähnliche Erkrankungen werden durch einige Medikamente (Beipackzettel!), Vitamin-B-Präparate, Anabolika oder einige Fitnesspräparate, Hefetabletten oder auch Stoffe aus unserer Umwelt, wie Öl, Teer oder verschiedene Gifte, hervorgerufen. Rauchen verschlechtert ebenfalls die Akne!

Da das eigene Ausdrücken der Pickel durch die Verschleppung von Bakterien und Platzen der Talgdrüsen in die Tiefe i.d.R. das Erscheinungsbild verschlechtert, sollten Sie wirksame Taktiken finden, dieses strikt zu vermeiden, auch wenn es Sie noch so reizt!

Auswirkung der Akne

Die Auswirkung der Akne auf das körperliche, v.a. aber auf das seelische Wohlbefinden wird oft unterschätzt. So kann eine schwere, ungenügend behandelte Akne entstellende Narben an Haut und Seele hinterlassen. In der geschädigten Haut können sich Krankheitserreger leichter ausbreiten und Infektionen hervorrufen. Man erlebt immer wieder, dass Jugendliche mit einer – evtl. nur von ihnen selbst als auffällig empfundenen – Akne sich zurückziehen, sich ängstlich, aggressiv und/oder misstrauisch gegenüber ihren Mitmenschen verhalten. Sie kapseln sich ab. Neben einer konsequenten, intensiven Aknetherapie unter fachärztlicher Anleitung wäre hier auch psychotherapeutische Hilfe sinnvoll.

Ist Make-up tabu?

Dekorative Kosmetik ist ganz in Ordnung, wenn die richtige Anwendung des Medikaments nicht beeinträchtigt wird. Allerdings gibt es verschiedene Kosmetika, die aufgrund ihrer Zusammensetzung Mitesser erzeugen können. Ein Grünstift maskiert gut die rote Farbe entzündeter Pickel, so dass das Make-up dünn und damit unauffälliger aufgetragen werden kann.

Lippenstift und Augen-Make-up können Sie in jedem Fall verwenden. Wenn der Blick auf die Augen und den Mund gerichtet wird, kann man auch gut von den Pickeln "ablenken".

Sonne bzw. Solarium

Frische Luft und Bewegung tun der Haut gut. Auf leicht gebräunter Haut fällt die Akne nicht so auf. Vor häufigen Sonnenbädern muss allerdings gewarnt werden. Die (echte wie künstliche) Sonne kann die Bildung von Mitessern fördern und zu Spätschäden wie frühzeitiger Faltenbildung und Hautkrebs führen. Unter den Lichtschutzpräparaten sind nichtkomedogene Zubereitungen wie Gels und spezielle Lotions den akneverschlechternden Ölen und Fettcremes vorzuziehen.

Welche Wirkstoffe mit nachweisbarer Wirkung gibt es?

Der Wirkstoff Benzoylperoxid, auch in Aknewaschlösungen enthalten, löst im Sinne einer "Schälbehandlung" die überzähligen Hornzellen: Die Mitesser werden weniger. Gleichzeitig wirkt es auch gegen Bakterien. Benzoylperoxid ist die Basisbehandlung bei vielen Akneformen, kann allerdings als Peroxid farbige Textilien bleichen.

Vitamin-A-, Frucht-, Azelainsäure, Adapalen, Isotretinoin erzielen bei äußerlicher Anwendung eine Schälwirkung nicht nur an den obersten Hornschichten der Haut, sondern auch in die Tiefe des Talgdrüsenausführungsgangs. Der Mitesser wird gelockert und auf natürlichem Wege ausgestoßen. Zusätzlich wird die Entstehung von neuen Mitessern verhindert.

Antibiotika bekämpfen die bei der Akneentstehung beteiligten Bakterien und wirken damit der Entzündung entgegen. Sie werden von außen aufgetragen oder als Tablette eingenommen. Eine Daueranwendung birgt die Gefahr von Resistenzentwicklungen und anderer Nebenwirkungen.

Medikamente, die die männlichen Hormone blocken (sog. Antiandrogene), vermindern die Talgdrüsenproduktion. Männer und Schwangere dürfen diese natürlich nicht einnehmen, Frauen und Mädchen dagegen können sie in Kombination mit anderen Hormonen als spezielle Anti-Baby-Pille nehmen. Da einige der anderen Anti-Baby-Pillen die Akne sogar verschlimmern können, sollte eine Aknepatientin mit Verhütungswunsch diese Thematik mit ihrem/r Frauenarzt/ärztin besprechen.

Isotretinoin als Tablette ist das wirksamste Aknemedikament. Da es aber eine Reihe von Nebenwirkungen geben kann, wird es nur unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle in schweren Fällen eingesetzt. Weil das Präparat ein ungeborenes Kind schädigen kann, darf es Mädchen und Frauen nur unter absolut sicherem Verhütungsschutz verordnet werden.

Durch Arznei-Kombinationen können sich die unterschiedlichen Wirkansätze sinnvoll ergänzen. Allerdings ist auch bei den heute verfügbaren Behandlungsmethoden nicht mit schnellen Erfolgen zu rechnen: Es können Wochen vergehen, bis eine sichtbare Änderung auftritt. Wichtig ist die konsequente und regelmäßige Therapie. Haut dünn eincremen, Cremereste auf der Haut verstopfen die Poren! Falls ein Präparat zu sehr die Haut austrocknet, Rötung und Schuppung entstehen, einfach an den irritierten Stellen das Präparat etwas seltener (allerdings zum Aufbau einer Wirkung mindestens jeden 3. Tag, besser so oft wie empfohlen) anwenden, auf keinen Fall akneverschlimmernde Pflegecremes einsetzen! Bitte sagen Sie es mir, wenn Sie mit einer Therapieform nicht zurechtkommen!

Medizinische Kosmetik

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